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Rendevouz, Umzug, aufwachen, Nähe und drei Worte die alles verändern

Ich muss mich ja wirklich selbst loben. Ständig wenn ich in James Nähe bin, bin ich versucht mir auf die Schulter zu klopfen und mich zu loben: Gut gemacht Mädchen, wirklich gut gemacht, diesen Mann geheiratet zu haben. Und jede Stunde die vergeht kann ich meine Tagebucheinträge weniger nachvollziehen. Also entweder er hat sich stark gewandelt oder ich war einfach blind? Vielleicht ist es auch diese Situation und eigentlich hat er mir die Frage ja schon beantwortet, was sich verändert hat: Er liebt mich nun (aye? Er benutzt dieses Wort ständig und ich finde es schön, komisch, oder? Ich mag es, wenn er es sagt. Es macht ihn so besonders).

Nachdem er mich gestern abholte und ich wirklich überrascht war, was für ein schöner Mann sich unter dem Bart befindet (er hatte sich nämlich rasiert) und auch er staunte wohl nicht schlecht mich zu sehen, gingen wir gemeinsam zu seiner Überraschung. Es war traumhaft, anders kann ich das nicht beschreiben. Auf einem Grundstück, etwas oberhalb eines wunderschönen Sees gelegen (und James sagte, das mir der Platz sehr viel bedeutet dort, was ich sofort glaubte, denn ich finde eigentlich alles beängstigend hier, doch dort hab ich mich gleich heimisch gefühlt) hatte er einen Tisch aufgestellt, links und rechts standen Baumstämme, auf die man sich setzen konnte. Er hatte einen Korb dabei mit ganz vielen Leckereien. Ein Feuer brannte und auf dem Tisch standen Mohnblumen! Meine Lieblingsblumen. Wo er die um diese Jahreszeit her hatte weiß ich nicht und er hüllte sich in lächelndes schweigen, aber ich war überwältigt. Mohnblumen, er hatte mir meine Lieblingsblumen besorgt. Das war schon sehr gänsehautverursachend. Ich musste gleich meine Nase hineinhalten und später habe ich sie wie einen Schatz mit nach Hause getragen. Ich werde sie trocknen und behalten, sie sind eine wundervolle Erinnerung an einen wundervollen Abend. Er deckte den Tisch und legte mir eine Decke um und dann setzten wir uns gegenüber und aßen ein wenig (naja ich aß ziemlich viel, er dagegen isst wie ein Spatz, das muss ich ändern) und unterhielten uns sehr schön. Ich fragte ihn ein bisschen aus und steckte dann den Kopf unter den Tisch, als er seine Strümpfe ansprach und ich musste kichern. Es sieht wirklich lustig aus, wie ein gestandener Mann im Kilt (ich liebe diesen Kilt, ehrlich, ungelogen) mit Socken bis zu den Knien rum läuft. Natürlich konnte ich mir auch die Frage nicht verkneifen, ob er unter dem Kilt etwas trägt und er verneinte grinsend. Nachdem wir die praktischen Vorzüge des Kilts erörtert hatten,  meinte er, das ich ja auch nichts unter meinem Kleid trage und rasiert bin und ich errötet und zog eine Schmollschnute und befand das es gemein ist, das er meine anatomische Beschaffenheit aufs genaueste kennt, ich seine aber nicht. Und was macht dieser verrückte Kerl (und ich muss immer noch lachen wenn ich daran denke)? Er erhebt sich und zieht Plaid, Hemd und Kilt aus und steht da nur in Socken und Schuhen, also fast nackt vor mir. Das Feuer schien hinter seinem Rücken und ich starrte recht unsittlich auf seine Körpermitte und war beeindruckt, doch muss ich zugeben. Ein Fehler war es jedoch dann weiter runter zu sehen und bei dem Anblick mit den Strümpfen und den Schuhen bin ich dann lachend vom Baumstamm gekippt. Er meinte grinsend, das das in unserer Hochzeitsnacht auch so gewesen ist. Er reichte mir dann die Hand und zog mich hoch und mich durchzuckten wieder Bilder. Nichts wirklich Zusammenhängendes. Ich sah mich unter einem Tisch sitzen und ihn von dort aus betrachten, dann sah ich, wie er mich trug und wir waren wohl mächtig betrunken. Als nächstes sah ich eine Seite auf der Ehevertrag stand. Er merkte wohl meine Abwesenheit in dem Moment wo ich versuchte die Bilder zu greifen und festzuhalten und zog mich in seine Arme. Das half nicht die Bilder zu greifen, wahrlich nicht, denn nun hatte ich starke (und nackte) Arme um mich herum und seine Schulter (die nackte) an meiner Wange und seinen Duft in meiner Nase und seine Wärme auf meiner Haut. Es fühlte sich richtig an, so als ob es genau so und nicht anders sein müsste und so dachte ich mir auch nichts dabei mit meinen Fingern seinen Rücken und mit meinen Lippen seine Brust und seinen Hals zu erkunden. Er hielt mich dann ein Stück von sich weg und erklärte mir nach ein paar Anläufen, das er es nicht für richtig hielt. Das wir das nicht tun sollten, da wir uns kennen lernen sollten. Das wir vorher nur Begierde hatten und nichts sonst und das es diesmal anders sein soll. Das wir uns nicht zerstören sollen. Gut, ich gebe zu, das war mir grad herzlich egal, nachdem ich ihn geküsst und er meinen Hals geküsst hatte, doch seine Worte waren ernst und zweifellos genauso gemeint und so trat ich zurück und ich sah ihn an und sah das er sehr wohl erregt war. Ich fragte ihn, ob es wirklich das ist was er möchte und er bejahte und ich nickte. Ohne es zu wissen hatte er unglaublich viel Achtung in mir erlangt. Zu wollen, aber seine Bedürfnisse unter ein höheres Ziel zu setzen, das ist bewundernswert und das respektierte ich.

Er zog sich dann wieder an und wir tanzten. Es war schön, er hat zwar kein Gefühl für Takt, aber das war mir egal. Es ging mir einfach nur darum ihm nahe zu sein und mich an ihn zu gewöhnen (wobei ich zugeben muss, das ich mich schneller an ihn gewöhnt habe, als ich vermutet hätte. So als ob es einfach so sein müsste. Ich mag mich nicht wirklich an ihn erinnern, aber er ist mir nicht fremd). Es war sehr schön und wir redeten noch ein bisschen miteinander, ehe wir dann aufbrachen und zurück zur Festung gingen. Dort angekommen zog er dann in mein Zimmer um und wir diskutierten die Schlafplätze. Er wollte auf dem Boden schlafen aber das wollte ich nicht, denn ich hätte ein schlechtes Gewissen gehabt im warmen und gemütlichen Bett zu liegen, während er auf dem harten Boden nächtigt. Also ging ich Kissen holen und baute in der Bettmitte eine Mauer aus Kissen, nur den Kopfbereich ließ ich frei. Danach kam das Problem mit dem umziehen, das nicht leichter wurde, als er mir verschämt erklärte, das er eigentlich nackt schläft, er aber den Kilt anlassen würde, wenn ich wollte. Ich verneinte, auch wenn ich innerlich wahre Schlachten schlug. Er nackt in meinem Bett. Ich wusste nicht ob ein Traum in Erfüllung ging oder ob das nicht die pure Folter war. Er zog sich dann aus, ich drehte mich dazu um und schälte mich aus meinem Kleid, was taktisch recht unklug war, da mein Nachthemd auf seiner Bettseite auf dem Sessel lag. Ich holte es also und betrachtete es und man kann es wohl als breiteren Gürtel betrachten, aber mein sittliches Nachthemd ist in der Wäsche und ich hab nur eins davon. Ich zog es also drüber und legte mich auch ins Bett. Wir redeten noch einen Augenblick und dann schliefen wir ein.

Ich erwachte aus einem anregenden Traum, weil meine Schulter geküsst wurde und ich einen Satz (Guten Morgen Schönheit) nicht so recht einzubauen wusste in meinen Traum. Und wie schon am Vorabend angedroht (ich kann ja nichts dafür das ich grundsätzlich drängle im Bett), hatte ich die Kissenhürde irgendwie in der Nacht überwunden und lag an seiner Seite, die Kissen kreuz und quer unter mir, in sehr unbequemer Haltung. Er hatte den Arm um mich gelegt, meine Hand lag drauf und er küsste meine Schultern und mir war ganz wohlig. Ich gebe ja zu, das ich nicht gerade die Beherrschung in Person bin und so rutschte ich Millimeter für Millimeter an ihn ran, versuchte mich zwar in Gedanken abzulenken, das gelang aber gar nicht. Der Traum, dann er so nah und nackt neben mir. Ich wollte seine Vorsätze ja wirklich nicht zerstören, aber als ich dann bei ihm angelangt war und spürte, das er mich begehrte, waren die mir auch egal. Wir streichelten uns und er fragte mich in 3 Anläufen, ob ich das denn wirklich wolle und ich bejahte, denn genau das wollte ich in dem Moment. Ich fragte ihn, ob er das auch wollte und er bejahte auch und ich verlor die Wette, die ich heimlich gegen mich selbst gemacht hatte und die lautete, das wir keine 2 Tage so durchhalten den Vorsatz nicht zu überschreiten. Der Beischlaf war wirklich wundervoll, ganz sanft und zärtlich und liebevoll und er sah mich an und streichelte meine Wange und sagte: Ich liebe dich. Ich will das du es wei… (ich schätze das sollte weißt heißen, doch ich unterbrach ihn dann mit einem Kuss). Es war schön diese Worte zu hören, wirklich das war es, aber ich konnte sie nicht erwidern. Es ging einfach nicht, ich bin noch nicht so weit. Und ich will ihn nicht anlügen, aber ich glaube, er hat das verstanden. Denn er sagte: Quäl dich nicht, ich warte und werde immer warten. Es war wirklich sehr schön und ich habe eine Gänsehaut beim schreiben, weil ich mich daran zurückerinnere. Er war mir nah, sehr nah… damit meine ich nicht nur körperlich, sondern in allem. Wir lagen eng umschlungen danach einfach nur still dort und ich fragte ihn ob das so immer war und er verneinte und erklärte auf Nachfrage, das es auch schön war, aber anders, härter, gröber, niemals so nah. Ich glaube, wir haben einen großen Fortschritt gemacht miteinander. Er musste dann leider arbeiten und ging sich anziehen und küsste mich noch mal zum Abschied und ging dann aus dem Zimmer. Ich werde ihn später in der Schreinerei besuchen.

Nun sitze ich hier und versuche mich zu ergründen. Davon ausgehend das ich ihn mal sehr geliebt habe und mich nicht daran erinnere, kann ich nur dazu übergehen, alles neu zu betrachten und ihn nicht als jemanden vor dem Unfall zu sehen, denn das müssen zwei ganz andere Welten gewesen sein, die nicht vergleichbar sind. Ich lausche also in mich und lächle, wenn ich an ihn denke und er bedeutet mir viel. Ja ich glaube, ich bin dabei mich wirklich in ihn zu verlieben. Er ist so großartig. So aufmerksam, liebevoll, zärtlich und sanft. Er lacht und lächelt und grinst und sein hrmpfen, ich liebe es. Und wenn er sich im Nacken kratzt, das finde ich toll. Es gibt so viele kleine Dinge, die ich bereits an ihm liebe. Sein Blick, seine Augen, sein Lächeln. Um jetzt mal die Dinge aufzuzählen, die nichts mit diesem (entschuldige James) Prachtkörper zu tun haben. Ich kann mehr und mehr verstehen, warum ich ihn liebte und ich hoffe, das ich auch wieder an diesen Punkt kommen werde. Doch ich bin zuversichtlich, denn ich bin auf bestem Wege. Ich habe viele Schmetterlinge im Bauch wenn ich an ihn denke, die wild tanzen, wenn ich ihm angesichtig werde. Ich fühle mich wie ein 15 Jähriges Mädchen das zum ersten mal verliebt ist. Und als ich ihn da so sah, in seiner Montur (und er sieht so toll aus im Kilt und Hemd, hach) und daran dachte, das er da draußen dutzendweise Frauen haben muss, die ihn begehrlich finden, fühlte ich einen leichten Stich von Eifersucht in mir. Ja, ich glaube, ich bin auf dem besten Weg. Und ich finde, dieser Unfall, mein Gedächtnisverlust, ist wohl das Beste was mir, was uns, im Leben passieren konnte.

4.3.09 18:31
 
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